
Podiumsdiskussionen sind wichtig. Sie geben Orientierung. Sie zeigen Unterschiede im Ton, im Auftreten, manchmal auch im Temperament. Sie machen sichtbar, wie jemand argumentiert und wie jemand mit Widerspruch umgeht.
Aber sie haben eine klare Grenze: Sie können Politik nicht dort erklären, wo sie für die Menschen wirklich stattfindet – im Alltag.
Genau das wurde mir nach der großen Podiumsdiskussion zur OB-Wahl am 9. Februar bei Dr. Pfleger noch einmal sehr deutlich. Die Diskussion war sachlich, respektvoll, professionell. Das ist viel wert. Und trotzdem blieb ein Gefühl zurück: Viele der wirklich entscheidenden Fragen konnten gar nicht beantwortet werden. Nicht, weil jemand ausgewichen wäre, sondern weil solche Formate dafür schlicht nicht gemacht sind.
Der Alltag passt nicht auf ein Podium
Politik entscheidet sich nicht in 60-Sekunden-Statements. Nicht zwischen Applaus und Jokerkarten. Politik entscheidet sich morgens um halb sieben, wenn der Wecker klingelt und der Tag schon durchgetaktet ist, bevor er richtig begonnen hat.
Sie entscheidet sich, wenn der Bus zu spät kommt und der Anschluss weg ist. Wenn die Kita früher schließt, als jeder normale Arbeitstag endet. Wenn Eltern wieder anfangen zu rechnen, zu organisieren, zu improvisieren. Wenn die Miete steigt, der Wocheneinkauf teurer wird und am Monatsende das Konto knapper aussieht als der Kalender.
Das sind keine Randthemen. Das ist Alltag. Und genau dieser Alltag lässt sich auf einem Podium kaum abbilden. Dort wird über Themen gesprochen – aber zu selten über Lebensrealitäten.
Bezahlbarkeit ist mehr als eine Zahl
In der Diskussion ging es viel um Wohnen. Zu Recht. Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Aber mir fehlt in solchen Debatten oft der zweite Schritt.
Bezahlbar ist nicht nur die Miete. Bezahlbar ist ein Alltag.
Eine Stadt ist erst dann wirklich bezahlbar, wenn Mobilität funktioniert, wenn Betreuung verlässlich ist, wenn Bildung nicht vom Stadtteil abhängt und wenn Menschen ihren Tag organisieren können, ohne ständig unter Druck zu stehen oder Angst vor der nächsten Rechnung zu haben.
Wer Bezahlbarkeit nur als Marktfrage denkt, blendet genau das aus. Für mich ist klar: Wohnen ist Daseinsvorsorge. Und Daseinsvorsorge ist Aufgabe der Stadt – nicht des Zufalls und nicht allein des Marktes.
Neustart ist keine Überschrift
In Podiumsdiskussionen sind große Worte gefallen: Neustart, Aufbruch, Wende. Ich verstehe das Bedürfnis dahinter. Viele Menschen sind müde. Müde von Stillstand, müde von Verwaltung statt Gestaltung, müde von Politik, die mehr erklärt als verändert.
Aber ein Neustart ist für mich keine rhetorische Figur. Kein Schlagwort für Wahlplakate.
Ein echter Neustart zeigt sich darin, ob Politik Prioritäten setzt. Ob sie ehrlich sagt, was geht – und was eben nicht. Ob sie bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, auch dann, wenn Entscheidungen unbequem sind oder nicht allen gefallen.
Gerade in einer Stadt mit einem künftig noch stärker zersplitterten Stadtrat braucht es weniger Lagerdenken und mehr Zusammenführen. Nicht als taktischen Kompromiss, sondern als innere Haltung.
Warum Wahlprogramme wichtiger sind als Schlagabtausch
Genau deshalb bin ich überzeugt: Wer wirklich wissen will, wofür jemand steht, muss Wahlprogramme lesen. Abseits der Bühne. Ohne Zeitdruck. Ohne Zuspitzung um der Zuspitzung willen.
Dort zeigt sich, ob jemand Zusammenhänge versteht. Ob Wohnen, Mobilität, Familie, Bildung, Gesundheit und Demokratie zusammengedacht werden – oder nur nebeneinander stehen.
Das Wahlprogramm der SPD Bamberg ist genau so entstanden: gemeinsam mit der Basis, mit vielen Mitgliedern, aus der Stadtgesellschaft heraus. Nicht am Reißbrett, sondern aus Gesprächen, Erfahrungen und konkreten Problemen. Und dann zusammengeführt zu einem Gesamtbild, das alltagstauglich sein will.
Ich empfehle diese Lektüre ausdrücklich:
https://www.niedermaier2026.de/downloads/kommunalwahlprogramm.pdf
Nicht, weil es perfekt ist. Sondern weil es zeigt, wie Politik aussehen kann, wenn sie nah dran ist. Praktisch. Sozial. Und ehrlich.
Für genau diese Haltung trete ich an
Ich stehe für eine Politik, die nicht nur gut klingt, sondern wirkt. Nicht laut, aber bestimmt. Eine Politik, die Menschen durch ihren Alltag bringt. Eine Politik, die Probleme nicht verwaltet, sondern angeht.
Deshalb kandidiere ich. Ich stehe auf Platz 35 der Liste im Team Niedermaier.
Wenn ihr sagt: Ja, genau so sollte Politik sein – nah dran am Leben, konkret im Alltag und sozial im Anspruch –, dann freue ich mich über eure drei Stimmen.
Denn am Ende zählt nicht, wer auf dem Podium am lautesten war.
Sondern wer den Alltag der Menschen wirklich ernst nimmt.

