Gedanken, die bleiben
Liebe Leserinnen und Leser,
manche Themen begegnen uns im Alltag immer wieder – Politik, Arbeit, Familie, soziale Gerechtigkeit, Verantwortung, unsere Stadt und die Frage, wie wir eigentlich miteinander umgehen wollen. Manchmal sind es große politische Entscheidungen. Manchmal eine kleine Beobachtung, ein Zeitungsartikel oder eine Diskussion, die mich nicht mehr loslässt.
Genau daraus entstehen meine Beiträge. Ich möchte nicht einfach nur kommentieren oder schnelle Antworten liefern. Ich möchte hinschauen, hinterfragen und unterschiedliche Seiten betrachten – und dabei immer wieder fragen: Was bedeutet das eigentlich für uns Menschen und unseren Alltag?
Auf dieser Seite sammle ich diese Gedanken. Persönlich, manchmal kritisch, manchmal nachdenklich und hoffentlich immer mit offenem Blick. Wenn du Lust hast, nicht nur Schlagzeilen zu lesen, sondern dich auch einmal auf einen anderen Gedanken einzulassen, dann findest du hier vielleicht die eine oder andere Kolumne, die dich noch ein Stück begleitet.
Viel Spaß beim Lesen, Nachdenken und vielleicht auch beim Widersprechen.
Herzliche Grüße,
Andreas Kolb
-
Solidarität neu denken – warum unser Sozialstaat mutige Reformen braucht
Eine Fortsetzung meines Gedankens zur Rentenreform In meinem letzten Beitrag habe ich darüber geschrieben, warum sich unser Rentensystem weiterentwickeln muss, wenn es auch für kommende Generationen funktionieren soll. Je länger ich mich mit der aktuellen Gesundheitsreform beschäftigt habe, desto mehr hatte ich das Gefühl: Diese Diskussion betrifft nicht nur die Rente. Sie stellt vielmehr die…
-
Rente neu denken – Verantwortung für alle, die arbeiten
Die Empfehlungen der Alterssicherungskommission sorgen für Diskussionen. Dabei geht es um weit mehr als einzelne Rentenmaßnahmen: Es geht um die Frage, wie unser Sozialstaat in einer älter werdenden Gesellschaft zukunftsfähig bleibt. Ich habe mir die Vorschläge angesehen und versucht, sie aus meiner persönlichen Sicht einzuordnen. Ich habe mir die Empfehlungen der Alterssicherungskommission einmal in Ruhe…
-
Ostern als Impuls
Gerechtigkeit, Nächstenliebe und gesellschaftliche Verantwortung Wie wir von Jesus lernen – ein Spiegel für unsere Zeit Ein persönlicher Ausgangspunkt In den letzten Tagen, während der Fastenzeit nach Fasching, habe ich mir wieder einmal Gedanken gemacht, was Ostern im Kern eigentlich bedeutet – jenseits von Eiern, Schokohasen oder langen Familienessen. Historisch betrachtet, ist Ostern eng verbunden…
-
Warum drehen wir eigentlich noch an der Uhr?
Ein Gedanke, der jedes Jahr wiederkommt Ehrlich gesagt: Ich frage mich jedes Jahr wieder dasselbe. Warum machen wir das eigentlich noch – diese Zeitumstellung? Gerade jetzt im Frühjahr merke ich doch sowieso: Es wird jeden Tag ein bisschen heller. Morgens komme ich leichter aus dem Bett. Abends bleibt es länger hell. Die Stimmung wird besser,…
-
Immer mehr kommunale Verantwortung – aber ohne Mittel
Die strukturelle Schieflage Bayerns Städte und Gemeinden tragen immer größere Lasten – mehr Aufgaben, höhere Standards, steigende Erwartungen. Kinderbetreuung, soziale Leistungen, Klimaschutz, Verkehrsinfrastruktur – alles fällt auf die kommunale Ebene. Und doch schrumpfen die finanziellen Spielräume. Investitionen werden schwieriger, Handlungsspielräume enger, Entscheidungen härter. Die Kommunen sollen liefern, gestalten, investieren – aber bitte ohne eigene Mittel.…
-
Gedanken nach dem Dialog mit Lars Klingbeil
Der gestrige Nachmittag im Hegelsaal war ein besonderer Moment für mich. Ich konnte live miterleben, wie Lars Klingbeil, SPD-Vorsitzender, Finanzminister und Vizekanzler, seine Perspektiven auf Wirtschaft, Gesellschaft und Politik teilte – und dabei spürbar offen für Dialog und Austausch war. Eingeladen wurde die Veranstaltung von der SPD Bamberg und dem Wirtschaftsclub Bamberg. Wirtschaft und Sozialdemokratie:…
-
Politik beginnt nicht auf dem Podium
Podiumsdiskussionen sind wichtig. Sie geben Orientierung. Sie zeigen Unterschiede im Ton, im Auftreten, manchmal auch im Temperament. Sie machen sichtbar, wie jemand argumentiert und wie jemand mit Widerspruch umgeht.Aber sie haben eine klare Grenze: Sie können Politik nicht dort erklären, wo sie für die Menschen wirklich stattfindet – im Alltag. Genau das wurde mir nach…
-
Arbeiten wir zu wenig? Oder reden wir uns die Realität schön einfach?
Seit Wochen wird wieder über die „Arbeitsmoral der Deutschen“ diskutiert. Mehr arbeiten, länger arbeiten, weniger krank – so lauten die Schlagzeilen. Mich irritiert diese Debatte. Nicht, weil man nicht über Arbeit reden darf. Sondern weil so getan wird, als sei fehlende Leistung ein Charakterproblem. Ich erlebe das anders. Ich sehe Menschen, die sich anstrengen, Verantwortung…
-
Politik entscheidet sich im Alltag
Politik entscheidet sich nicht in Broschüren und nicht in schönen Überschriften. Sie entscheidet sich morgens um halb sieben, wenn der Wecker klingelt und der Tag durchgetaktet ist. An der Wohnungstür, an der Bushaltestelle, in der Kita, auf dem Weg zur Arbeit und beim Blick aufs Konto am Monatsende. Genau dort beginnt für mich politische Verantwortung…
-
Bambergs Sozialbericht
Zwischen Bericht und Realität: Hinter den Zahlen stehen Menschen Manchmal reden wir über Sozialpolitik, als ginge es nur um Zahlen. Aber hinter jeder Zahl steckt ein Mensch.Eine Familie, die auf einen Kitaplatz wartet.Ein älterer Mensch, der nicht mehr alles allein schafft.Ein Jugendlicher, der jemanden braucht, der zuhört. Mit diesem Gedanken habe ich den Sozialbericht der…
-
Stärk’ antrinken – oder Gemeinschaft besiegeln?
Aus aktuellem Anlass zum Jahresstart – und weil gerade wieder vielerorts dafür geworben wird – habe ich darüber nachgedacht, was „Stärk’ antrinken“ eigentlich bedeutet. Und was viele heute daraus machen. Einer solchen kollektiven Verführung zum Alkoholkonsum stehe ich eher skeptisch gegenüber – und auch mit einer gewissen Sorge. Nicht aus Prinzip, sondern weil ich beobachte,…
-
Die Weihnachtsgeschichte – einmal anders betrachtet
In diesen Tagen hört man sie wieder überall: die Weihnachtsgeschichte.Jedes Jahr. Vertraut, fast schon automatisch. Das Krippenspiel gestern Nachmittag am Heiligen Abend in der Erlöserkirche in Bamberg – erzählt in einer etwas anderen Form, als Kinofilm – hat mich dazu gebracht, diese Geschichte einmal aufzudröseln und aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.Nicht fromm, nicht religiös,…
-
Verbrenner, Verunsicherung und die falsche Sehnsucht
Warum ich mich mit diesem Thema beschäftige Am 16. Dezember 2025 hat die EU-Kommission ein neues Maßnahmenpaket für die Autoindustrie vorgelegt. Auf den ersten Blick klingt es nach Entlastung: mehr Spielräume, mehr Zeit, weniger Druck. Das klare Ziel, ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen zuzulassen, bleibt zwar auf dem Papier bestehen – in der Realität…
-
Bamberg-Ost und die AnkER-Einrichtung
Ein pragmatischer Schritt – aber noch nicht das Ziel Ein Thema, das auch mich persönlich bewegt Die AnkER-Einrichtung im Bamberger Osten hat unsere Stadt über viele Jahre hinweg intensiv beschäftigt. Auch mich persönlich. Kaum ein anderes Thema wurde so kontrovers diskutiert – in der Bürgerschaft, im Stadtteil und in der Kommunalpolitik. In einer früheren Kolumne…
-
Geld muss dahin, wo es wirkt – in die Kommunen
Ein Haushalt zwischen Anspruch und Zwang Das letzte Quartal war in Bamberg geprägt von intensiven Haushaltsdebatten. Der Artikel im Fränkischen Tag vom Samstag, 6. Dezember zeigt, wie schwierig die Balance inzwischen geworden ist, einen genehmigungsfähigen Haushalt vorzulegen. Dieses scheinbar Unerreichbare ist dem Finanzsenat am Mittwoch, dem 3. Dezember, nur gelungen, weil die Stadt seit Jahren…
-
Zwischen Motor und Wandel – mein persönlicher Blick auf die Verbrenner-Debatte
In den letzten Wochen habe ich die Diskussion rund um das sogenannte Verbrenner-Aus mit etwas Abstand aufmerksam verfolgt. Nun ist, denke ich, die Zeit gekommen, das Ganze einmal nüchtern Revue passieren zu lassen und meinen persönlichen Eindruck zu teilen. Anfangs war viel Aufregung, viele Emotionen, viele Schlagzeilen. Politikerinnen und Politiker aus verschiedenen Lagern waren bei…
-
Zeit für eine Entscheidung – warum die EU endlich handeln sollte
In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder so weit: Wir drehen die Uhr zurück und stellen von Sommer- auf Winterzeit um. Zwei Mal im Jahr das gleiche Spiel. Und jedes Mal wird wieder heftig diskutiert – die einen wollen die Sommerzeit behalten, die anderen die Normalzeit, also die sogenannte Winterzeit. Ich glaube,…
-
Meine klare Haltung zur Diskussion um den Pflegegrad 1
Aktuell wird darüber diskutiert, ob der Pflegegrad 1 abgeschafft werden soll, um die Pflegeversicherung finanziell zu entlasten. Dieser Vorschlag kommt aus dem Bundesgesundheitsministerium unter Ministerin Nina Warken (CDU). Ganz ehrlich: Ich halte das für einen großen Fehler. Das ist wieder so ein typischer Schnellschuss – wie wir ihn in der Vergangenheit schon oft erlebt haben.…
-
Sparen am falschen Ende
Als Reaktion auf den Artikel in der Wochenendausgabe des Fränkischen Tag vom 13. September 2025 möchte ich meine persönliche Sicht schildern. Ich bin Vater von zwei Mädchen im Grundschulalter. Für mich ist Schule nicht irgendein abstraktes Politikthema – es geht um den Alltag meiner Kinder. Es geht darum, ob sie genügend Aufmerksamkeit von ihren Lehrerinnen…
-
Mein Leben ohne Hass
Ich frage mich manchmal: Warum entscheiden sich Menschen dafür, Hass in ihr Herz zu lassen? Hass macht klein, Hass macht eng, Hass vergiftet. Und am Ende nimmt er uns allen die Luft zum Atmen. Wir haben doch nur dieses eine Leben – warum also nicht etwas Gutes daraus machen? Warum nicht Brücken schlagen, anstatt Mauern…

