Kommunalpolitik in Bamberg: Verantwortung, Vertrauen und ein neuer Abschnitt
Liebe Leserinnen und Leser,
Die vergangenen Wochen waren für Bamberg politisch besonders.
Neue Mehrheiten, neue Verantwortlichkeiten, neue Gesichter in wichtigen Ämtern – und gleichzeitig das Gefühl, dass unsere Stadt in vielen Bereichen vor wichtigen Entscheidungen steht.
Nach der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats und der Vorstellung der Kooperation beginnt jetzt eine neue Phase. Eine Phase, in der sich zeigen wird, ob aus einem breiten politischen Bündnis auch konkrete Verbesserungen für die Menschen in unserer Stadt entstehen.
Und genau darauf kommt es am Ende an.
Kontinuität, die Vertrauen schafft
Besonders freut mich persönlich, dass Jonas Glüsenkamp weiterhin Zweiter Bürgermeister bleibt.
Gerade in einer Zeit, in der sich politische Mehrheiten verändern und vieles neu sortiert wird, empfinden viele Menschen Verlässlichkeit als etwas Wichtiges. Ich glaube, dass sich genau diese Kontinuität viele Bambergerinnen und Bamberger gewünscht haben.
Jonas war bereits in der vergangenen Wahlperiode Zweiter Bürgermeister. Dass diese Erfahrung und Verlässlichkeit erhalten bleiben, finde ich ein gutes Signal – nicht laut oder spektakulär, sondern stabil und nah an den Themen der Stadt.
Ein historischer Schritt für Bamberg
Mit Eva Jutzler als Dritter Bürgermeisterin erlebt Bamberg gleichzeitig einen historischen Moment.
Zum ersten Mal übernimmt eine Frau dieses Amt. Und ich finde: Das passt nicht nur symbolisch in unsere Zeit, sondern auch menschlich.
Ihre Worte über Familie, Ehrenamt, Zusammenhalt und Verantwortung haben mich angesprochen. Vielleicht auch deshalb, weil genau darin für mich viel von dem steckt, was eine Stadtgesellschaft im Kern zusammenhält.
Nicht das Gegeneinander.
Nicht das Lauteste.
Sondern Respekt. Zuhören. Haltung. Und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Politik muss näher am Alltag der Menschen sein
Wenn ich auf das Kooperationspapier blicke, sehe ich viele gute und wichtige Ansätze.
Bezahlbarer Wohnraum.
Jugendparlamente mit Antragsrecht.
Mehr Transparenz.
Stadtentwicklung mit Blick auf Klima und Aufenthaltsqualität.
Das alles sind richtige Schritte.
Und trotzdem sage ich auch ganz offen: Ich hätte mir persönlich an einigen Stellen mehr Mut, mehr Tiefe und vor allem mehr langfristiges Denken gewünscht.
Vielleicht liegt das auch an meinem eigenen Blick auf Politik.
Ich schaue auf viele Themen stark aus der Perspektive von Familien und dem Alltag der Menschen. Nicht theoretisch – sondern ganz praktisch: Wie gut funktioniert das Leben in dieser Stadt eigentlich wirklich?
Und vielleicht prägt mich da auch meine berufliche Erfahrung. Ich erlebe täglich, wie wichtig funktionierende Strukturen für Menschen sind – Verlässlichkeit, gute Erreichbarkeit, Teilhabe, Unterstützung im richtigen Moment und das Gefühl, nicht allein gelassen zu werden.
Gerade deshalb fehlt mir beim Thema Mobilität ein größerer struktureller Wurf.
Die Diskussion bleibt häufig bei Einzelmaßnahmen hängen. Natürlich sind sichere Radwege wichtig. Natürlich ist Park & Ride sinnvoll. Aber aus meiner Sicht geht es um die größere Frage: Wie bewegen sich Menschen künftig durch Bamberg?
Ich wünsche mir langfristig einen ÖPNV, der stärker vom tatsächlichen Alltag her gedacht wird – mit besseren Querverbindungen zwischen den Stadtteilen, weniger Umwegen über den ZOB und mehr direkten Verbindungen dorthin, wo Menschen wirklich hinmüssen: zur Arbeit, zur Schule, zur Kita, zum Arzt, zum Einkaufen oder zu Familie und Freunden.
Auch bei Kitas, Schulen und Familien hätte ich mir konkretere und verbindlichere Perspektiven gewünscht.
Gerade Familien merken sehr schnell, ob politische Entscheidungen im Alltag wirklich ankommen – ob Betreuung funktioniert, Wege kurz sind, Angebote erreichbar bleiben und Kinder gute Chancen haben.
Was mir wichtig bleibt
Trotzdem glaube ich, dass dieses Papier eine tragfähige Grundlage sein kann.
Nicht perfekt.
Nicht bis ins Letzte ausformuliert.
Aber eine Basis, auf der man aufbauen kann.
Gerade in dieser breiten politischen Konstellation ist vieles auch Ergebnis von Kompromissen – und wahrscheinlich ist manches schlicht das, was aktuell gemeinsam erreichbar war.
Entscheidend wird jetzt sein, ob die Kooperation bereit ist, Themen weiterzuentwickeln und auch unbequeme Zukunftsfragen mutig anzugehen.
Denn Politik darf sich nicht darin erschöpfen, Verwaltung zu organisieren.
Sie muss gestalten.
Mein Blick auf Bamberg
Ich wünsche mir für Bamberg weiterhin eine politische Kultur, die zuhört, unterschiedliche Sichtweisen ernst nimmt und trotzdem handlungsfähig bleibt.
Eine Stadt, die wirtschaftlich stark bleibt, sozial zusammenhält und den Mut hat, sich weiterzuentwickeln – ohne dabei Menschen zurückzulassen.
Und ich glaube, genau darin liegt jetzt die eigentliche Aufgabe der kommenden Jahre.
Mit Herz, Haltung und einem ehrlichen Blick auf das, was die Menschen in unserer Stadt wirklich bewegt.
Andreas Kolb
Stichwahl entschieden: Sebastian Niedermaier wird Oberbürgermeister
Mit 56,7 % ist Sebastian Niedermaier jetzt Oberbürgermeister von Bamberg.
Ein klares Ergebnis. Ein klarer Auftrag.
Aber dieses Ergebnis ist mehr als eine Zahl.
Es ist das, was passiert, wenn man dranbleibt.
Wenn man sich nicht beirren lässt.
Wenn man auch dann weitermacht, wenn es anstrengend wird.
Und genau das haben wir gemacht. Gemeinsam.
Wahlprogramm: Mehr als nur ein Papier
Ich denke zurück an die Arbeit am Wahlprogramm.
Diese vielen Abende, Diskussionen, Ideen.
Manchmal zäh, manchmal intensiv – aber immer ehrlich.
Da ist nichts „runtergeschrieben“ worden.
Da ist wirklich etwas entstanden.
Wahlkampf hautnah: Plakate, Flyer und echte Begegnungen
Und dann dieser Wahlkampf…
Die Nacht vom 24. auf den 25. Januar.
Eiseskalt. Plakate aufhängen, Hände irgendwann taub –
aber keiner hat gejammert.
Diese Briefkastenaktionen mit gefühlt unendlich vielen Flyern.
Straße für Straße. Schritt für Schritt.
Und zwischendrin auch die ganz anderen Momente:
Das Fotoshooting.
Der Dreh der kleinen, persönlichen Kurzvideos.
Mit einem Lächeln, mit Spaß –
und ja, auch mit dem ein oder anderen Versprecher.
Nicht geschniegelt, nicht perfekt.
Aber genau dadurch echt.
Gespräche an den Haustüren: Zuhören statt Überzeugen
Und vor allem: die Gespräche.
An den Haustüren.
Diese Momente, wenn jemand öffnet – manchmal vorsichtig, manchmal neugierig.
Menschen erzählen dir, was sie bewegt.
Was sie stört.
Was ihnen wichtig ist.
Und du merkst:
Es geht gar nicht darum, sofort zu überzeugen.
Es geht darum, ernsthaft zuzuhören.
Ich habe zugehört.
Und die Menschen haben mir zugehört.
Ehrlich. Direkt. Ohne Filter.
Mit Verständnis – aber auch mit Haltung.
Infostände in Bamberg: Austausch auf Augenhöhe
Genauso an den Infoständen.
In Bamberg-Ost. In der Gartenstadt.
Und ganz besonders am Maximiliansplatz am Samstagvormittag.
Dieses Kommen und Gehen.
Diese Mischung aus kurzen Gesprächen und echten Diskussionen.
Manche sind auch einfach abwinkend vorbeigelaufen…
Mal ein schnelles „Viel Erfolg“, mal ein längerer Austausch.
Und immer wieder dieses Gefühl:
Da passiert gerade etwas.
Nicht laut. Nicht spektakulär.
Aber echt.
Was bleibt: Haltung, Vertrauen und echte Begegnungen
Und genau daraus ist das hier gewachsen.
Nicht aus Perfektion.
Sondern aus Haltung.
Für mich bleibt aus dieser Zeit mehr als nur ein Wahlergebnis.
Ich nehme Begegnungen mit.
Gespräche. Eindrücke. Vertrauen.
Und die klare Überzeugung:
Politik muss immer vom Menschen her gedacht werden –
mit Respekt, Empathie und einem ehrlichen Blick auf das, was unsere Stadtgemeinschaft wirklich braucht.
Mein Fazit: BASSD SCHO!
Ich bin dankbar, ein Teil davon gewesen zu sein.
Und ja – es hat riesig Spaß gemacht.
Zu sehen, wie sich das alles entwickelt.
Und genau dazu beizutragen, dass Basti jetzt dort steht, wo er steht.
Und wenn man es ganz einfach sagen will –
und jeder in Franken weiß, was das bedeutet:
BASSD SCHO!
Die höchste fränkische Auszeichnung.
Jetzt erst recht.
Mit Herz für Bamberg,
Andreas Kolb
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