Politik entscheidet sich im Alltag

Politik entscheidet sich nicht in Broschüren und nicht in schönen Überschriften. Sie entscheidet sich morgens um halb sieben, wenn der Wecker klingelt und der Tag durchgetaktet ist. An der Wohnungstür, an der Bushaltestelle, in der Kita, auf dem Weg zur Arbeit und beim Blick aufs Konto am Monatsende. Genau dort beginnt für mich politische Verantwortung – nicht im Sitzungssaal, sondern mitten im Leben.


Bezahlbar heißt mehr als Miete

Wenn ich von Bezahlbarkeit spreche, dann meine ich nicht nur die Miete. Eine Stadt ist erst dann wirklich bezahlbar, wenn der Alltag bezahlbar ist. Wenn der Bus zuverlässig kommt, damit man pünktlich zur Arbeit oder zur Schule kommt. Wenn die Kita nicht schon um Zeiten schließt, die mit normalen Arbeitszeiten nichts zu tun haben. Wenn der Wocheneinkauf nicht zur logistischen Meisterleistung wird, weil im Viertel alles zu teuer oder zu weit weg ist. Bezahlbarkeit heißt für mich: Menschen kommen durch ihren Tag, ohne ständig rechnen, hetzen oder verzichten zu müssen. Wer das nicht mitdenkt, redet an der Lebenswirklichkeit vieler Bamberger:innen vorbei.


Wohnen ist Daseinsvorsorge

Wohnen ist der Dreh- und Angelpunkt. Wenn Pflegekräfte, Erzieher:innen, Verkäufer oder Auszubildende sich Bamberg nicht mehr leisten können, dann läuft etwas grundsätzlich schief. Für mich ist klar: Wohnen ist Daseinsvorsorge. Eine Stadt darf ihre Flächen nicht einfach an den Meistbietenden verkaufen und dann so tun, als hätte sie keinen Einfluss mehr. Sie hat Einfluss – und sie muss ihn nutzen.

Konkret heißt das: Städtische Grundstücke werden nach dem besten Konzept vergeben, nicht nach dem höchsten Preis. Ein fester Anteil neuer Wohnungen gehört in die Hand von kommunalen oder gemeinwohlorientierten Trägern. Die Stadt sichert sich Belegungsrechte, damit Wohnungen dauerhaft bezahlbar bleiben. Für die Menschen bedeutet das: Die Pflegekraft kann in Bamberg wohnen bleiben, ohne jeden Tag pendeln zu müssen. Der Erzieher wohnt in der Nähe seiner Kita. Die ältere Dame kann in ihrem vertrauten Viertel bleiben, auch wenn sich ihr Umfeld verändert.


Mobilität für alle

Mobilität entscheidet genauso über die Gerechtigkeit einer Stadt. Wer kein Auto hat, darf nicht der Dumme sein. Unser Bussystem ist für viele Menschen vor allem eines – umständlich. Immer über den ZOB, selbst wenn man eigentlich nur von einem Stadtteil in den anderen will.

Deshalb sage ich klar: Wir müssen das Netz neu ordnen. Starke Linien von Nord nach Süd, starke Linien von Ost nach West, mit gut geplanten Umsteigepunkten dazwischen. Wer umsteigt, soll das planbar und ohne Stress tun können. Klare Ansagen im Bus, verständliche Informationen, barrierefrei gedacht. Das ist Alltagserleichterung.

Die Vorteile sind spürbar: kürzere Fahrzeiten, weniger Umwege, mehr Verlässlichkeit. Gleichzeitig entlastet das den ZOB deutlich, vielleicht sogar langfristig dauerhaft. Weniger Busverkehr bedeutet dort auch weniger Lärm, weniger Schmutz und weniger Belastung für die historischen Gebäude. Die Promenade könnte wieder mehr Aufenthaltsort sein als Verkehrsknoten. Moderne Mobilität bringt Menschen zuverlässig von A nach B und macht öffentliche Räume lebenswerter.


Familien spüren Politik direkt

Familien merken politische Entscheidungen jeden Tag ganz unmittelbar. Öffnungszeiten müssen sich an Lebensrealitäten orientieren, nicht an Verwaltungsabläufen. Verlässliche Randzeitenbetreuung, Ferienangebote, die nicht vom Einkommen abhängen – das sind keine Extras, das ist die Grundlage dafür, dass Eltern arbeiten können und Kinder stabile Strukturen haben. Für Alleinerziehende bedeutet das echte Teilhabe statt ständiger Improvisation.


Bildung darf nicht vom Stadtteil abhängen

Bildung entscheidet über Chancen, und diese Chancen dürfen nicht vom Stadtteil abhängen. Wenn Schulen in stärker belasteten Vierteln besser ausgestattet werden – mit Schulsozialarbeit, kostenlosen Lernmaterialien oder offenen Ganztagsangeboten mit Mittagessen – dann ist das kein Extra, sondern notwendiger Ausgleich. Es verbessert Chancen und entlastet Familien konkret, finanziell und organisatorisch.


Gesundheit beginnt im Alltag

Gesundheit ist kein Randthema. Eine kluge Stadt kümmert sich nicht erst, wenn Probleme entstehen, sondern stärkt Prävention. Kostenfreie Bewegungs- und Ernährungsangebote in Quartierszentren oder Kooperationen mit Vereinen und Schulen helfen frühzeitig, beugen Krankheiten vor und vermeiden späteres Leid. Gesundheit beginnt im Alltag, nicht erst im Wartezimmer.


Demokratie lebt vor Ort

All das hat direkt mit Demokratie zu tun. Vertrauen entsteht nicht durch große Worte, sondern durch konkrete Erfahrungen. Beteiligungsformate müssen ernst gemeint sein. Stadtteilforen, Bürgerhaushalte oder Projektbeiräte mit echter Entscheidungskompetenz zeigen, dass die Meinung der Menschen Wirkung hat. Wer erlebt, dass Mitreden etwas verändert, wendet sich nicht frustriert ab. So wächst Demokratie Schritt für Schritt von unten.


Für mich zählt Alltagspolitik

Viele dieser Punkte finden sich auch im Wahlprogramm der SPD Bamberg wieder – nicht als abstrakte Ziele, sondern als konkrete Antworten auf reale Probleme. Wer wissen will, wie Wohnen, Mobilität, Familie, Bildung und Zusammenhalt zusammengedacht werden können, sollte das Programm lesen.

Ich stehe für eine Politik, die nah dran ist am Leben der Menschen. Weniger große Worte, mehr konkrete Verbesserungen. Weniger „man müsste mal“, mehr „so machen wir es“. Am Ende zählt nicht, was gut klingt, sondern was den Alltag erleichtert.

Für genau diese Haltung trete ich an. Ich stehe auf Platz 35 der Liste im Team Niedermaier. Wenn ihr sagt: Ja, genau so sollte Politik sein – nah dran, praktisch und sozial –, dann freue ich mich über eure drei Stimmen. Für eine Politik, die den Alltag der Menschen ernst nimmt.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert