Die Europäische Union – Chancen, Diskussionen und die Bedeutung der Europawahl

Die Europawahl steht vor uns, an jeder Ecke und auf Plätzen sieht man in diesen Tagen Plakate zur Wahl.  Deswegen habe ich in den letzten Tagen wieder oft über die Europäische Union nachgedacht – über ihre Entstehung, ihre Entwicklung und vor allem über ihre Bedeutung für uns alle im Alltag. Als jemand, der sich für Politik, Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben interessiert, betrachte ich die EU als eine einzigartige Idee, die uns viele Vorteile und Chancen bietet.

Die Europäische Union ist weit mehr als nur ein politisches Konstrukt. Sie ist eine Gemeinschaft von Ländern, die sich zusammengetan haben, um Frieden, Wohlstand und Zusammenarbeit zu fördern. Durch die EU können wir in einem Raum leben, in dem Grenzen überwunden werden, wo wir frei reisen, arbeiten und studieren können.

Natürlich ist die EU nicht perfekt, und es gibt Entscheidungen, die kritisch hinterfragt werden sollten. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass es wichtig ist, die Vorteile der EU zu erkennen und gleichzeitig konstruktiv über mögliche Verbesserungen zu diskutieren. Als Befürworter der EU glaube ich daran, dass wir durch offenen Dialog und demokratische Prozesse positive Veränderungen erreichen können, ohne das Fundament des europäischen Projekts zu gefährden.

Schauen wir uns einige konkrete Beispiele an, wie die Entscheidungen der Europäischen Union unseren persönlichen Alltag beeinflussen:

Einführung des Euro: Die Einführung des Euro als gemeinsame Währung hat das Reisen und Einkaufen in der EU vereinfacht. Wir müssen keine lästigen Währungsumrechnungen mehr durchführen und können ohne Probleme in verschiedenen Ländern mit derselben Währung bezahlen.


Abschaffung von Roaminggebühren: Die Abschaffung oder Reduzierung von Roaminggebühren ermöglicht es uns, im Ausland zu telefonieren und das Internet zu nutzen, ohne zusätzliche Kosten. Wir können im Urlaub oder auf Geschäftsreisen problemlos mit Familie, Freunden und Kollegen in Kontakt bleiben.


Verbraucherschutz: EU-Richtlinien zum Verbraucherschutz gewährleisten die Sicherheit von Produkten und Lebensmitteln. Wir können uns darauf verlassen, dass die Produkte, die wir kaufen, bestimmten Standards entsprechen und keine gesundheitlichen Risiken bergen.


Erasmus+ Programm: Programme wie Erasmus+ fördern die Mobilität von Studierenden und Auszubildenden innerhalb der EU. Durch solche Programme können junge Menschen neue Länder und Kulturen kennenlernen, ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern und wertvolle Erfahrungen sammeln, die sie in ihrem späteren Berufsleben nutzen können.


Am 9. Juni 2024 steht die Europawahl an – eine wichtige Gelegenheit für uns alle, unsere Stimme zu erheben und unsere Meinung zu äußern. Die Europawahl funktioniert nach einem Verhältniswahlrecht, bei dem die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union ihre Vertreterinnen und Vertreter im Europäischen Parlament wählen. Insgesamt hat das Europäische Parlament 705 Sitze, von denen 96 Sitze auf Deutschland entfallen.

Lasst uns die Vorteile der Europäischen Union schätzen und gleichzeitig darauf achten, dass sie den Bedürfnissen und Anliegen aller Bürgerinnen und Bürger gerecht wird. Lasst uns gemeinsam für eine bessere und solidarische Zukunft in Europa einstehen.

Ein neues Kapitel für den Bamberger Schlachthof

Ich beziehe mich auf den Artikel vom 30. April 2024 im Fränkischen Tag, der die bevorstehende Schließung des Bamberger Schlachthofs thematisiert.

Die Entscheidung, die Schlachtstraßen des Bamberger Schlachthofs zu schließen, markiert das Ende einer Ära. Für viele ist es ein Schock, besonders für diejenigen, deren Lebensgrundlage davon abhängt. Doch aus den genannten Gründen und ausgiebig ausgeloteten Sachverhalten für einen Erhalt oder eine Schließung, war eine letztendliche Abwicklung unausweichlich. Jetzt ist es an der Zeit, den Blick nach vorne zu richten und Lösungen für alle Beteiligten und Stakeholder zu finden. Insbesondere gilt es auch, das Wohl der Tiere zu berücksichtigen.

Die jüngste Veranstaltung unter Mitwirkung des Bauernverband (BBV), der Metzgerinnung und der SPD in Stadt und Landkreis in Hirschaid hat gezeigt, dass viele bereit sind, aktiv nach Alternativen zu suchen. Unter dem Motto „Woher kommt mein Schäuferla 2030?“ wurden verschiedene Ideen und Vorschläge diskutiert. Eine kleinere, regional ausgerichtete Schlachtstätte mit kurzen Wegen könnte eine Möglichkeit sein, um die Lücke zu füllen.

Ein entscheidendes Fazit aus der Veranstaltung war der Vorschlag für ein Gremiums, das aus Vertretern der Metzgerinnung, des Bauernverbandes, der Gastronomieverbände und der Politik besteht. Diese Initiative zeigt das Engagement, aktiv nach Lösungen zu suchen. Es ist wichtig, die verschiedenen Lösungsansätze zu sammeln und im gemeinsamen Konsens weiterzuentwickeln. Dieses Thema ist zu komplex, um es auf einen gemeinsamen Nenner reduzieren zu können.

Es ist wichtig, auch die Mitarbeiter*innen des Schlachthofs nicht zu vergessen. Sozialverträgliche Lösungen müssen gefunden werden, um ihre Zukunft zu sichern. Eine mögliche Option könnte die Weiterführung der Schweineschlachtung in Eigenregie durch eine Genossenschaft sein, wie von Robert Schmitt vorgeschlagen wurde.

Die Zukunft des Bamberger Schlachthofs mag ungewiss sein, aber die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zur Suche nach nachhaltigen Lösungen ist vorhanden. Es ist an der Zeit, die Herausforderungen anzunehmen und gemeinsam einen neuen Weg einzuschlagen.

Nachhaltige Stadtentwicklung: Visionen für ein zukunftsfähiges Bamberg

Gestern Nachmittag hatte ich das Vergnügen, Christian Baumgärtner und Matthias Schöring zu treffen. Christian Baumgärtner ist einer der treibenden Köpfe hinter dem MitMachKlima-Projekt der Stadt Bamberg, das sich für nachhaltige Maßnahmen im Bereich Klimaschutz einsetzt. Matthias Schöring hingegen ist die treibende Kraft hinter Transition Bamberg, einer Gruppe von Menschen, die aktiv den Wandel in Bamberg zu einer solidarischen, nachhaltigen und lebenswerten Gesellschaft vorantreiben. Als Ansprechpartner dieser Gruppe ist er maßgeblich an der Organisation und Umsetzung von Projekten beteiligt.

Im Rahmen des MitMachKlima-Projekts hat die Stadt Bamberg dazu aufgerufen, mögliche weitere Vorschläge für Hochbeetstandorte einzubringen. Aus diesem Grund hatte ich per E-Mail Kontakt mit Christian  Baumgärtner aufgenommen und mich daraufhin mit ihm vor Ort getroffen.

Unser Treffpunkt war die Grünfläche an der Ecke Kanonikus-Schwab-Strasse und Schildstrasse, direkt vor dem Spielplatz am Kindergarten. Dieser Ort erschien mir als perfekter Standort für ein Hochbeet im Rahmen der „Essbaren Stadt“ Initiative, eine Idee, die ich persönlich für unterstützenswert erachte.

In meiner Betrachtung erachte ich die Integration von Grünflächen und urbanem Gartenbau nicht nur als ästhetische Elemente, sondern als aktive Lösungen für ökologische Herausforderungen. Ein Hochbeet an diesem Ort bietet nicht nur die Möglichkeit, frisches Obst und Gemüse anzubauen, sondern schafft auch einen Treffpunkt für die Gemeinschaft und fördert das Bewusstsein für Ernährung und Umweltschutz. Diese Überlegungen basieren auf meinen Recherchen und Überlegungen zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung.

Der Dialog mit den Bürger*innen spielt eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung dieser Visionen. Die aktive Beteiligung der Gemeinschaft ermöglicht es, lokale Bedürfnisse und Anliegen zu berücksichtigen und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Ein solcher Treffpunkt fördert den Dialog mit Bürger*innen und bietet eine Plattform für den Austausch von Ideen und Anregungen. Diese Partizipation ist nicht nur ein Zeichen für eine lebendige Demokratie, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der nachhaltigen Stadtentwicklung, wie ich aus eigener Erfahrung und Überzeugung weiß.

Die Idee der „essbaren Stadt“ stammt aus Projekten wie „Incredible Edible“ in Todmorden, England, wo öffentliche Räume zur Lebensmittelproduktion genutzt werden. Essbare Städte zielen darauf ab, den Stadtraum für den Anbau von Nahrungsmitteln zu nutzen, die Gemeinschaft zu fördern und die lokale Versorgung zu stärken. Im Gegensatz dazu konzentriert sich Urban Gardening eher auf Selbstversorgung im privaten Bereich. Während bei essbaren Städten der öffentliche Raum im Vordergrund steht und alle Bürger am Projekt teilnehmen können, betreiben Urban Gardening-Initiativen eher individuelle Gärten auf privatem Grund. Urban Farming und essbare Städte können ähnliche Projekte sein, wobei Urban Farming manchmal den Verkauf von Erzeugnissen beinhaltet, während bei essbaren Städten die Ernte meist privat genutzt oder kostenlos an die Bürger abgegeben wird. Das Pflügen ist also ausdrücklich für alle erlaubt und gerne gesehen, auch wenn selbst nicht in die aktive Aussaht oder Pflege investiert wurde.

Durch den Austausch von Ideen und die gemeinsame Planung können wir nicht nur die Essbare Stadt weiterentwickeln, sondern auch das Demokratieverständnis in unserer Gemeinschaft fördern. Indem wir den Bürger*innen die Möglichkeit geben, aktiv an Entscheidungsprozessen der Stadt teilzuhaben. Dadurch stärken wir ihr Vertrauen in die öffentliche Institutionen und fördern ein Gefühl der Verantwortung und Zugehörigkeit.

Insgesamt betrachtet ist die Förderung der Demokratie und der Bürgerdialog ein wesentlicher Bestandteil unserer Bemühungen für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Durch die aktive Einbindung der Bürger*innen bei der Gestaltung ihrer Umgebung schaffen wir nicht nur grüne Oasen und essbare Gemeinschaftsflächen, sondern auch eine lebendige Demokratie, in der die Stimmen jedes Einzelnen gehört und geschätzt werden.

Die gemeinsame Pflege der Hochbeete und die Ernte der Früchte unserer Arbeit bieten nicht nur die Möglichkeit, frische Lebensmittel zu genießen, sondern auch gute Gespräche und neue Bekanntschaften zu entwickeln. Indem wir gemeinsam an einem Ziel arbeiten und unsere Ideen und Erfahrungen teilen, bauen wir Brücken zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen und stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl in unserer Stadt und den Stadtteilen.

Die „Essbare Stadt“ Initiative ist somit nicht nur ein Symbol für nachhaltigen Konsum und ökologisches Bewusstsein, sondern auch für demokratische Werte und Gemeinschaftssinn. Durch unser gemeinsames Engagement können wir eine lebenswerte und zukunftsfähige Stadt gestalten, in der jede Stimme zählt und jeder Einzelne einen Beitrag zum Wandel leisten kann.

Ich rufe alle Anwohner*innen rund um die Kanonikus-Schwab-Straße und Schildstraße dazu auf, sich aktiv an der Idee und Initiative zu beteiligen. Gemeinsam können wir die Essbare Stadt weiterentwickeln und unsere Stadt noch lebenswerter machen. Eine Begehung mit interessierten Anwohner*innen ist bis zum 25. April 2024 oder wieder ab dem 13. Mai 2024 geplant. Interessierte können sich einfach über die Bemerkungsfunktion oder über mein Kontaktformular mit mir in Verbindung setzen. Lasst uns gemeinsam anpacken und unsere Stadt grüner und nachhaltiger gestalten!

Demokratische Beteiligung: Die Wichtigkeit des aktiven Engagements in der örtlichen Politik und im Ehrenamt

In einer Zeit, in der die Demokratie auf dem Prüfstand steht und das Desinteresse an demokratischen Prozessen zunimmt, ist es entscheidend, sich für aktives Engagement einzusetzen. Besonders das freiwillige Mitwirken in der lokalen Politik, in Vereinen und Hilfsorganisationen spielt hierbei eine zentrale Rolle. Ich möchte die Bedeutung dieses Engagements für unserer Stadt und den Landkreis Bamberg hervorheben und zeigen, wie dieses Engagement dazu beitragen kann, die Gesellschaft zu vereinen und die Demokratie zu stärken.

Als Mitglied im Bürgerverein Bamberg Ost und im Ortsverein der SPD Bamberg Ost, Gartenstadt und Kramersfeld sowie in meiner Funktion als Sachgebietsleiter für das Fundraising bei der Johanniter Unfall-Hilfe e.V. im Regionalverband Oberfranken erlebe ich aus erster Hand die Vielfalt und den Zusammenhalt, die das ehrenamtliche Engagement in unserer Gemeinschaft prägen. Ich sehe,  wie Menschen zusammenkommen, um gemeinsam an der Gestaltung unserer Stadt sowie der Gemeinschaft mitwirken.

Beruflich stark in die nachhaltige Finanzierung der ehrenamtlichen Projekte der Johanniter involviert, erlebe ich täglich die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für unsere Gesellschaft. Es sind die unermüdlichen Anstrengungen vieler engagierter Menschen, die es uns ermöglichen, diese lebenswichtigen Dienste aufrechtzuerhalten und den Menschen in unserer Region in schwierigen Zeiten beizustehen.

Diese Erfahrungen verdeutlichen mir, dass das ehrenamtliche Engagement nicht nur eine Quelle der Hilfe und Unterstützung ist, sondern auch ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Identität und unserer Gemeinschaft. Es ist die gelebte Solidarität und Menschlichkeit, die uns alle verbindet und unsere Gesellschaft stark macht.

Das ehrenamtliche Engagement ermöglicht es aktiv, eine inklusive Gesellschaft zu fördern, in der jeder unabhängig von seinen individuellen Merkmalen eine Stimme und Teilhabe hat. Es ist entscheidend zu betonen, dass Inklusion für alle Menschen gilt, unabhängig von Herkunft, Nationalität, Hautfarbe, Religion, Behinderung oder sonstigem Hintergrund, und dass eine Gesellschaft geschaffen werden muss, die allen eine Stimme und Teilhabe ermöglicht.

In unserer Stadt und unserem Landkreis Bamberg gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen. Sei es durch politisches Engagement in lokalen Gremien, durch die Mitarbeit in Vereinen und Verbänden oder durch freiwillige Tätigkeiten in Hilfsorganisationen – jeder Beitrag zählt und macht unsere Gemeinschaft stärker.

Doch das ehrenamtliche Engagement geht über bloße Hilfeleistung hinaus. Es schafft nicht nur soziale Bindungen und ein Gefühl der Zugehörigkeit, sondern stiftet auch Sinn und Identität. Es ist ein Akt der Solidarität und Menschlichkeit, der uns alle verbindet und unsere Gesellschaft voranbringt.

Angesichts der aktuellen Herausforderungen und dem steigenden Bedarf an sozialer Solidarität ist das lokale Engagement von entscheidender Bedeutung. Die Lösung für wachsende Demokratieverdrossenheit, sinkendes Vertrauen in öffentliche Institutionen und zunehmende Unzufriedenheit sehe ich in der Bekämpfung wachsender Ungleichheiten in unserer Gesellschaft.

Die Solidarität in unserer Gesellschaft muss wieder wachsen und an Bedeutung gewinnen. Menschen, die unverschuldet in Not geraten, müssen unterstützt werden. Personen mit mehr Ressourcen haben eine ethische Verantwortung, denen zu helfen, die weniger haben. Das ist der Kern unseres Sozialstaats und unseres Solidaritätsprinzips. Daher ermutige ich jeden Einzelnen, sich im Ehrenamt zu engagieren und aktiv zur Stärkung unserer Gemeinschaft beizutragen. Jeder Beitrag zählt und kann einen positiven Unterschied machen.

Eine Sprache für Alle: Warum Gendersensibilität im Alltag zählt

Am Freitag, dem 15. März 2024, habe ich an einem inspirierenden Vortrag teilgenommen, der mir neue Perspektiven auf das Thema gendersensible Sprache eröffnete. Unter dem Titel „*Mehr als nur *innen“ bot der Vortrag, organisiert vom SPD Ortsverein Bamberg Berg, einen tiefgründigen Einblick in die Bedeutung respektvoller Kommunikation.

Die Referentin, Cindy Stromel-Scheder, eine erfahrene Psychologin und Kommunikationstrainerin, erklärte, dass gendersensible Sprache nicht nur ein Schritt zur Gleichstellung von Mann und Frau ist, sondern auch ein Ausdruck von Respekt gegenüber allen Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht. Sie machte deutlich, wie wichtig es ist, unsere Sprache vielfältiger und inklusiver zu gestalten, um ein harmonisches Miteinander zu fördern.

In prägnanten Tipps für den Alltag ermutigte sie uns dazu, bewusst die weibliche und/oder diverse Form zu nutzen und diskriminierende Ausdrücke zu vermeiden. Zum Beispiel sollte „Lehrer“ zu „Lehrkraft“ und „Bürger“ zu „Bürgerschaft“ werden – kleine, aber bedeutsame Änderungen, die große Wirkung zeigen können.

Natürlich ist der Weg zur gendersensiblen Sprache nicht immer einfach. Doch es geht darum, sich zu bemühen und offen für Neues zu sein. Fehler können passieren, aber wichtig ist der Wille zur Veränderung und zur Respektvollen Kommunikation.

Im Anschluss wurden Fragen aus dem Publikum diskutiert: Wie kann man gendern, wenn man mit Kindern spricht? Ist der Inhalt nicht wichtiger als die Sprache? Wie geht man mit Menschen um, die gendersensible Sprache nicht akzeptieren? Diese Fragen zeigen, dass das Thema weiterhin viel Diskussionsbedarf birgt.

Die lebhafte Diskussion und die vielfältigen Perspektiven, die dabei zum Ausdruck kamen, machten deutlich, wie wichtig es ist, über inklusive Sprache zu sprechen. Durch einen sensiblen Sprachgebrauch können wir alle dazu beitragen, eine Gesellschaft zu schaffen, in der jeder sich wertgeschätzt fühlt.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die teilgenommen haben! Lasst uns weiterhin gemeinsam daran arbeiten, eine Sprache zu gestalten, die niemanden ausschließt und alle einbezieht.

Schlachthof Bamberg: Eine Entscheidung ist gefallen, nun muss der Mensch im Fokus stehen

Die jüngste Entscheidung des Stadtrats in der Sitzung vom 20. März 2024 zur Schließung des Schlachthofs hat eine neue Phase für Bamberg eingeläutet. Nach intensiven Diskussionen und Abwägungen wurde der Beschluss mit einer klaren Mehrheit von 31 Ja-Stimmen zu 14 Gegenstimmen gefasst. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Wendepunkt und stellt die Weichen für die zukünftige Entwicklung der Stadt.

Die Debatten rund um den Schlachthof waren von vielfältigen Interessen und Perspektiven geprägt. Doch in all dem Hin und Her war eine Sache deutlich: Der Mensch* muss im Mittelpunkt stehen. Sozialverträgliche Lösungen sind von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass die betroffenen Mitarbeiter:innen keine finanziellen Einbußen erleiden und ihre Zukunft gesichert ist.

Als Mitglied des SPD Ortsvereins Bamberg Ost, Gartenstadt und Kramersfeld begrüße ich die getroffene Entscheidung ausdrücklich. Sie schafft eine Grundlage für eine geordnete Planung und Entwicklung. Ein weiteres Zögern hätte lediglich Misstrauen und Frustration bei den Mitarbeiter:innen und in der Öffentlichkeit verstärkt.

Nun ist es an der Zeit, nach vorne zu blicken und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Zukunft der betroffenen Mitarbeiter:innen zu sichern. Dabei sollten Umschulungsprogramme, Förderung von Start-ups und Weiterbildungsmaßnahmen für junge Menschen eine zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig müssen für Mitarbeiter:innen kurz vor der Altersrente Abfindungspakete, Vorruhestandsregelungen und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Der mögliche FoodCampus bietet eine vielversprechende Chance für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Bamberg. Als Mitglied des SPD Ortsvereins unterstütze ich diese Idee uneingeschränkt. Sie hat das Potenzial, nicht nur neue Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch Forschung und Ausbildung im Lebensmittelbereich zu fördern.

Trotz der kontroversen Diskussionen bin ich erleichtert, dass alle Beteiligten für zukunftsfähige Lösungen in den Dialog getreten sind. Eine Demokratie lebt von solchen Diskussionen, und es ist wichtig, dass unterschiedliche Meinungen gehört und abgewogen werden.

In diesem Sinne sollten wir nun gemeinsam daran arbeiten, eine Zukunft zu gestalten, die Mensch und Wirtschaft gleichermaßen gerecht wird.

Schlachthof Bamberg:

Zukunft ungewiss, Mensch im Fokus

Bambergs Schlachthof steht am Scheideweg. Seine Zukunft ist ungewiss, die Entscheidung darüber komplex und voller Widersprüche.

Der marode Zustand und die roten Zahlen sprechen für eine Sanierung, die allerdings teuer und ohne Rentabilitätsgarantie ist. Tierwohl und Nachhaltigkeit fordern die Schließung, während Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Tradition für den Erhalt sprechen.

Die Optionen: Erhalt mit hohen Investitionen und ungewissem Rentabilitätsrisiko, Neuausrichtung als Lebensmittelzentrum mit neuen Perspektiven und gleichzeitig erheblichen Umstrukturierungen, oder Schließung mit alternativer Nutzung des Geländes und einem sozialverträglichen Plan für die Mitarbeiter.

Die Entscheidungsträger, Stadt und Oberbürgermeister, halten sich bedeckt, während die Meinungen im Stadtrat weit auseinandergehen. Die CSU favorisiert den Erhalt, die Grünen die Schließung. Die SPD steht einer Schließung nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, pocht aber auf sozialverträgliche Lösungen.

Sollte es zur Schließung kommen, müssen Alternativen für die Nutzung des Geländes und der Gebäude gefunden werden. Ein sozialverträglicher Plan für die Mitarbeiter ist notwendig, der gleichwertige Bezahlung, Arbeitszeit und Verantwortung für ihre Familien sichert. Niemand darf abgehängt werden oder finanzielle Nachteile erleiden.

Die SPD bekennt sich zu sozial verträglichen Lösungen:

  • Junge Menschen: Umschulungsprogramme, Förderung von Start-ups, Ausbau von Bildung und Qualifizierung.
  • Menschen kurz vor der Altersrente: Abfindungspakete, Vorruhestandsregelungen, Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus: Einrichtung eines Sozialfonds, psychologische Beratung und Vermittlung von Transferleistungen.

Es gibt keine einfache Antwort. Die Entscheidung muss sorgsam abgewogen werden, unter Berücksichtigung aller Aspekte – Wirtschaftlichkeit, Tierwohl, Nachhaltigkeit, Arbeitsplätze und Tradition.

Der Mensch muss im Fokus stehen.

Lasst uns gemeinsam eine Lösung finden, die Mensch und Wirtschaft gleichermaßen gerecht wird.

In diesem Sinne ist die Entscheidung über die Zukunft des Schlachthofs Bamberg ist weiterhin offen.

Ich habe die verschiedenen Aspekte beleuchtet und die Positionen der Akteure dargestellt.

Es liegt nun an der Stadt Bamberg, eine Entscheidung zu treffen, die alle Belange berücksichtigt.

Der Mensch muss im Fokus stehen.

Lasst uns gemeinsam eine Lösung finden, die Mensch und Wirtschaft gleichermaßen gerecht wird.

Wie kann es gelingen die Innenstadt spürbar von Verkehr zu entlasten?

Der Verkehr in der Welterbestadt Bamberg nimmt immer weiter zu,

Da der vorhandene Raum begrenzt ist führt dies wegen der Flächenkonkurrenz zwangsläufig zu Konflikten unter allen Verkehrsteilnehmern. Um diese Konflikte zu lösen ist eine konsequente Mobilitätswende notwendig.

Für den Erfolg einer Mobilitätswende gibt es allerdings keine zentralen Antworten, da jegliche Verkehrsteilnehmer (PKWs, LKWs, Busse, Krafträder, Fahrräder und Fußgänger) ihre Berechtigung haben.

Die Stadt und die Stadtwerke haben erst kürzlich Maßnahmen für eine Mobilitätswende eingeleitet.

Seit dem 30. November letzten Jahres soll die neue Ringlinie, Autofahrer dazu ermutigen nicht mehr mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Die Autofahrer sollen stattdessen die weiter entfernten Parkhäuser ansteuern. Start- und Endpunkt ist an der Konzert- und Kongresshalle, von dort aus geht es über den Markusplatz und die Löwenbrücke durch die Königstraße in die Luitpoldstraße, Willy-Lessing-Straße bis zum Schönleinsplatz. Von dort dann über die Lange Straße wieder zum Markusplatz und wieder zurück zur Konzerthalle. Die Busse fahren die Route im 10-Minuten-Takt ab und verbinden vier Parkhäuser an der Strecke (Konzerthalle, Georgendamm, Luitpoldstraße und Schönleinsplatz).

Ab März soll im weiteren Zuge das Parken für P+R-Kunden am Heinrichsdamm und der Kronacher Straße kostenlos sein. Zusätzlich wird die Nutzung der P+R-Busse ebenfalls kostenlos angeboten.

Die Maßnahmen, das ÖPNV-Angebot attraktiver zu machen, sind große Schritte in die richtige Richtung, um den Individualverkehr in der Innenstadt zu reduzieren.

Fraglich ist allerdings, ob diese Maßnahmen tatsächlich ein Umdenken in den Köpfen der Autofahrer bewirken. Oder ob es zwangsläufig nötig sein wird, Fahrten in die Innenstadt so unattraktiv wie möglich zu gestalten. So dass die Autofahrer gar keine Veranlassung mehr haben in oder durch die Innenstadt zu fahren. Denn die Leute sind von Natur aus so gesteuert, die bequemere Alternative zu wählen. Nämlich die Komfortzone, das eigene Auto (wie das erweiterte Zuhause) nicht zu verlassen und erst mal zu schauen ob es nicht doch einen freien Parkplatz in der Innenstadt gibt – am besten noch unmittelbar vor der Tür des Geschäftes.

Die Vorteile für weniger Individualverkehr in der Innenstadt sind jedem klar: Die Reduzierung des Verkehrs sorgt für mehr Sicherheit, verringert die Lärmbelastung, entlastet die Umwelt und schont Straßen und Gebäude. Dies trägt zu mehr Wohlbefinden der Menschen bei und macht unsere Weltkulturerbestadt attraktiver.

Auch über den Standort des ZOBs sollte tatsächlich diskutiert werden. Aktuell fahren fast alle Busse den ZOB an. Man sollte darüber nachdenken, ob es generell sinnvoll ist alle Busse über einen zentralen Hub mitten in der Stadt zu schicken und ob das Zentrum der Stadt als Drehkreuz für die Busse sinnvoll ist. Denn das Verkehrschaos am aktuellen ZOB und an der Promenade hat mittlerweile eine sehr angespannte Dimension angenommen. Autos kreisen an der Promenade um den letzten freien Parkplatz zu ergattern oder kreisen so lange bis irgendjemand wegfährt. Beim Ausfahren wissen fremde Autofahrer nicht welche Straße sie nehmen sollen – vor lauter Einbahnstraßen. Gleiches an der Ein- und Ausfahrt am ZOB, hier stehen die Autos wartend hinter zahlreichen Bussen, die in die Luitpoldstraße abbiegen wollen. Abgesehen von den Erschütterungen und  Schäden an den Gebäuden, die durch die schweren Busse entstehen.

Auch über die Standortkonzepte für die regionalen Omnibusse und über das Fernbusaufkommen (Flixbus…) brauchen wir neue Konzepte. Da der bisherige Standort am Bahnhofsvorplatz und in der Schwarzenbergstraße bereits sehr stark belastet und frequentiert ist.

Zentrale Fragen in der Mobilitätswende sind auch der Ausbau der Radwege und Fahrradstreifen. Wie kann es gelingen Radfahrern in Bamberg gerecht zu werden und ihnen mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu vermitteln?

All diese Themen und Brennpunkte möchte ich gerne im Stadtrat sowie in den Gremien zur Diskussion und Erarbeitung von Lösungen vorlegen. Diese Lösungen müssen ein Kompromiss für alle Teilnehmer im Verbund darstellen, getreu nach dem Motto ”Eine starke Stadt für alle”.